Haushalte geben hundert Milliarden Euro für Energie aus

Berlin, 12.02.2008. Laut einer aktuellen Studie der Postbank gaben die Verbraucher in Deutschland 2007 gut 100 Mrd. € für Kraftstoffe, Strom, Gas und Heizöl aus. Das waren über 7% der gesamten Konsumausgaben und 30 Mrd. € mehr als noch vor zehn Jahren.

Die Energiepreise legten 2007 weiter kräftig zu. Strom verteuerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 7%, Gas um 3% und Kraftstoffe um 2,3 %. Lediglich bei Heizöl kam es wegen der stark rückläufigen Nachfrage 2007 zu einem leichten Preisrückgang. Der Rückgang war allerdings von kurzer Dauer. Seit Mitte 2007 ziehen die Preise für Heizöl wieder deutlich an.

Der Anstieg der Energiepreise in 2007 war neben höheren Beschaffungs- und Produktionskosten für Energieversorger vor allem auch die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn verantwortlich. Am meisten wendeten Verbraucher für Kraftstoffe (Benzin und Diesel) auf, gefolgt von den Ausgaben für Strom, Erdgas und Heizöl.

Die Liberalisierung der Strom- und Erdgasmärkte in Deutschland vor rund zehn Jahren brachte den Verbrauchern keine Entlastung. Für die Kilowattstunde Strom müssen sie heute vierzig Prozent mehr bezahlen als 1998, und der Gaspreis verdoppelte sich beinahe . Noch stärker sind die Preise für Erdölprodukte gestiegen: Heizöl kostet heute dreimal so viel wie 1998 und der Preis für einen Liter Kraftstoff hat sich verdoppelt. In diesen Preissteigerungen sind auch die Effekte aus der Ökosteuer und der Mehrwertsteuererhöhung enthalten.

Insgesamt sind die Preise für Energie in den letzten zehn Jahren viermal so schnell gestiegen wie die Lebenshaltungskosten und die Ausgaben der deutschen Haushalte für Energie sind heute um 30 Mrd.€ höher als die vor 10 Jahren.

 

Gut für die Umwelt:

Die deutschen Haushalte reagierten auf die gestiegenen Energiepreise mit einer umweltpolitisch durchaus erwünschten Verhaltensänderung. So wurde mit Einsparungen beim Verbrauch reagiert und teure Energieträger wurden durch preiswertere ersetzt. Insbesondere hat sich der Heizölverbrauch im Jahr 2007 gegenüber 1998 halbiert. Dieser starke Rückgang resultiert jedoch nur teilweise aus dem sparsameren Verbrauch, denn im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Haushalte, die mit Öl heizen, um rund ein Viertel zurückgegangen. Auch der Kraftstoffverbrauch ist gesunken. Preisbereinigt haben die Verbraucher im vergangenen Jahr 16 Prozent weniger für Kraftstoff ausgegeben als 1998. Hierzu dürfte vor allem auch die Einführung neuer spritsparender Automodelle beigetragen haben. Der Verbrauch an Erdgas und Strom ist dagegen im langfristigen Trend leicht angestiegen.

 

Prognosen für 2008

Nur aufgrund der sehr milden Witterung Anfang 2007, die zu einem geringeren Verbrauch von Erdgas und Heizöl geführt hat, blieben die Ausgaben für Energie knapp unter dem bisherigen Rekordwert von 104 Mrd.€ aus dem Jahr 2006. Sollte sich dieses Jahr als ein klimatisch durchschnittliches erweisen, so dürften die Energieausgaben der Privaten Haushalte 2008 auf ein neues Rekordhoch von 106 Mrd.€ klettern.

Zu einem belastenden Faktor für die Verbraucher im Euroraum könnte 2008 die erwartete Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar werden. Die Aufwertung des Euro hat den Preisanstieg der in US-Dollar notierten Rohstoffe teilweise kompensiert. Dieser Zusammenhang dürfte sich laut der Studie noch in diesem Jahr umkehren, so dass die von Verbrauchern in Euro gezahlten Preise trotz stabiler Rohölpreise steigen könnten.

In diesem Jahr müssen die Verbraucher vor allem bei den Strompreisen mit steigenden Belastungen rechnen. Die Strompreise sind zu Jahresbeginn im Durchschnitt um 7% gestiegen und damit sogar noch stärker als Anfang 2007 bei Inkrafttreten der Mehrwertsteuererhöhung.

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